kre-alkalyn

Studien Review: Creatin-Monohydrat vs. Kre-Alkalyn – was ist besser?

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KRE-ALKALYN ist ein sogenanntes gepuffertes Creatin (auch “pH-korrektes Creatin”). Es enthält neben Creatin Monohydrat noch Natriumcarbonat (Backpulver), was den pH-Wert während der Aufnahme des Creatins verbessern soll und es somit laut Angaben des Herstellers stabiler macht. Dies ist jedoch nicht nachgewiesen.

Kannst Du Dich nicht entscheiden, welches der tausend Creatinprodukte, dass richtige für dich ist?

Stehst Du vor der Wahl, ob Du Creatin Monohydrat, oder besser Kre-Alkalyn ausprobieren willst?

Dann ist dieser Post für Dich.

Kre-Alkalyn war das erste Supplement, was ich mir jemals gekauft habe.

Was ist Kre-Alkalyn also und warum soll es besser sein, als “normales” Creatin?

Bei Kre-Alkalyn handelt es sich um ein sogenanntes gepuffertes Creatin (auch “pH-korrektes Creatin”), das in Flüssigkeiten und im Magen laut Herstellern angeblich stabiler sein soll als das normale Creatin-Monohydrat.

Dem Patent zur Folge nach [1] funktioniert dies, indem Creatin-Monohydrat mit Natriumcarbonat gemischt wird, was den pH-Wert auf einen Bereich von 7-14 erhöht.

Das klingt natürlich erst mal gut und wenn man gerade neu im Supplementdschungel ist, dann greift man schnell zur Verpackung mit dem besten Marketing.

Aber nicht so schnell.

Wie sich herausstellt, sind die Behauptungen rund um Kre-Alkalyn nämlich nur eins:

Behauptungen.

Das bedeutet nicht, dass Kre-Alkalyn ein schlechtes Creatin ist, da viele Sportler von einer positiven Wirkung berichten.

Ich persönlich investiere jedoch lieber in ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und gebe kein Geld für unnötige Supps aus.

bodystacks-Leser wissen bereits Bescheid, dass Creatin-Monohydrat das beste und am meisten untersuchte Supplement zur Performancesteigerung ist.

Es gibt also keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass Creatin-Monohydrat in irgendeiner Weise nicht wirkt, weil es schlechter aufgenommen wird.

In diesem Post wird eine Studie gereviewed, die diese Fakten noch einmal deutlich untermauert.

“King” Monohydrat vs. Kre-Alkalyn: Die Studie im Detail

Zu Beginn sollte zunächst erwähnt werden, dass die Studie [2] durch den deutschen Produzenten AlzChem AG finanziert wurde.

AlzChem AG in Trostberg, Bayern stellt durch ein patentiertes Syntheseverfahren das Produkt Creapure® her, bei dem es sich um reines Creatin-Monohydrat handelt.

Warum sollte seitens AlzChem AG Interesse an einer solchen Studie bestehen?

Ganz einfach:

Gepufferte Creatinprodukte werden damit beworben, die besten bzw. “potentesten” Creatinprodukte auf dem Markt zu sein.

Laut Werbeaussagen ist Kre-Alkalyn das einzige Creatin, was zu 100% stabil auf dem Weg in die Muskelzelle bleibt.

Des Weiteren wird behauptet, dass Kre-Alkalyn bis zu 10x stärker als das normale Creatin-Monohydrat sei und dass 1,5g Kre-Alkalyn mit 10-15g Creatinmonohydrat gleichzusetzten sind.

Hersteller von gepufferten Creatin-Supplementen behaupten zudem, dass eine normale Creatin-Monohydrat-Supplementation diverse Nebenwirkungen wie Aufschwemmen und Krämpfe verursacht und das “normales” Creatin-Monohydrat zu großen Mengen in Kreatinin (Stoffwechselendprodukt) zerfällt. [3] [4]

Produzenten, wie AlzChem AG, die Creatinmonohydrat herstellen, haben deshalb durchaus Interesse diese Aussagen überprüfen zu lassen.

Das Team (Andrew R Jagim , Jonathan M Oliver, Adam Sanchez, Elfego Galvan, James Fluckey, Steven Riechman, Michael Greenwood, Katherine Kelly, Cynthia Meininger, Christopher Rasmussen und Richard B Kreider), was die Untersuchung durchführte, hat bereits umfassende Erfahrung im Bereich klinischer Studien bzgl. der Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener Formen von Creatin. [5 -15]

Alle Wissenschaftler, die an der Untersuchung beteiligt waren, hatten kein finanzielles Interesse die Ergebnisse der Studie zu beeinflussen.

AlzChem AG stellte deshalb der Universität einen finanziellen Zuschuss zur Verfügung, um im Rahmen einer unabhängigen Untersuchung die angeblich überlegene Wirksamkeit von gepufferten Creatin gegenüber Creatin-Monohydrat überprüfen zu lassen.

Der Zweck der double blind Studie war es, die Effekte einer Creatin-Supplementierung mit Creatin-Monohydrat (klassische Aufladephase 4x5g/Tag für 7 Tage und Erhaltungsphase 5g/Tag für 21 Tage),

gepufferten Creatin (Kre-Alkalyn) mit der vom Hersteller empfohlenen Dosierung (1,5g/Tag für 28 Tage)

und gepufferten Creatin ebenfalls mit klassischer Aufladephase (4x5g/Tag für 7 Tage) und Creatin-Monohydrat in der Erhaltungsphase (5g/Tag für 21 Tage)

auf die Kreatinwerte in der Skelettmuskulatur, die Körperkompositionen, die Kraft, die anaerobe Leistungsfähigkeit, die Biomarker der Gesundheit sowie möglicher Nebenwirkungen zu überprüfen und zu vergleichen.

Da von gepufferten Creatin behauptet wird, mit niedrigen Dosierungen bessere Kreatinwerte und Trainingseffekte bei gleichzeitig weniger Nebenwirkungen als bei einer Supplementation mit Creatin-Monohydrat zu erreichen, wurde angenommen, dass die vom Hersteller empfohlene Dosierung (1,5g/Tag) dies bzgl. genauso effektiv oder sogar effektiver ist, als eine klassische Aufladephase mit Creatin-Monohydrat mit 20g/Tag für 7 Tage und 5g/Tag in der Erhaltungsphase.

Genauso sollte eine gleichwertige Dosierung von gepufferten Creatin (20g/Tag für 7 Tage) theoretisch noch bessere Effekte zeigen, als eine Dosierung von Creatin-Monohydrat mit 20g/Tag für 7 Tage.

Creatin Bankdrücken Kraftsteigerung

Die Studienteilnehmer waren 36 gesunde Männer (im Durchschnitt ~20 Jahre alt) mit Erfahrung im Krafttraining, die zuvor keine Creatinsupplemente jeglicher Art konsumiert hatten. Die Teilnehmer wurden in drei verschiedene Gruppen eingeteilt

Gruppe 1: Kre-Alkalyn mit der der vom Hersteller empfohlenen Dosierung (1,5g/Tag für 28 Tage), Gruppe 2: Kre-Alkalyn mit Aufladephase (4x5g/Tag für 7 Tage) und Creatin-Monohydrat (5g/Tag für 21 Tage) in der Erhaltungsphase, Gruppe 3: Creatin-Monohydrat mit Aufladephase (4x5g/Tag für 7 Tage) und Erhaltungsphase (5g/Tag für 21 Tage).

Für den Eingangstest (Tag 0) mussten die Probanden die Nahrungsmittelzufuhr 4 Tage vor Beginn der Studie aufzeichnen.

Es wurde außerdem 8 Stunden gefastet und 48 Stunden lang zuvor durfte kein Training erfolgen.

Danach erfolgte eine Muskelbiopsie und die Bestimmung der Blutwerte nach dem Fasten. Die Probanden wurden außerdem gewogen und der Wasserhaushalt und die Körperkompositionen wurden mit Hilfe von BIA (Bioelectrical Impedance Analyzer) und DEXA (Dual-Energy X-Ray Absorptiometer) bestimmt.

Nachdem die 1RM Tests nach einer Standard Prozedur für das Bankdrücken und die Beinpresse sowie der 30 Sekunden Sprint Test (WAC -Ingate Anaerobic Capacity) auf einem Fahrradergometer protokolliert wurden, begann die Supplementation.

Nach 7 Tagen wurden alle Tests bis auf die 1RM Tests wiederholt. Nach 21 weiteren Tagen Supplementation (Tag 28.) wurden wieder alle Tests einschließlich des 1RM Test wiederholt.

Während der Studie führten die Teilnehmer ihre derzeitigen Trainingsprogramme weiter durch und protokollierten zudem jede Trainingseinheit (Art und Anzahl der Sätze und Wiederholungen).

Mit Hilfe dieser Daten wurde das Trainingsvolumen bestimmt, um eventuelle Unterschiede zwischen den Gruppen zu verzeichnen, die die Ergebnisse beeinflussen könnten. Die Nahrungsmittelzufuhr musste ebenfalls protokolliert werden.

Diese wurde zudem immer vier Tage vor den Tests auf Energiegehalt und Makronährstoffverteilung analysiert. Um mögliche Nebenwirkungen der Creatin-Supplementation zu protokollieren, erhielten die Teilnehmer Fragebögen, mit denen verzeichnet werden konnte, wie gut die Supplementation vertragen wurde.

Ergebnis

Aus den ermittelten Daten bzgl. Trainingsvolumen, Kalorienzufuhr und Makronährstoffverteilung gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Keiner der Teilnehmer berichtete während der 28-tägigen Supplementation von unerwünschten Nebenwirkungen.

Bzgl. der Erhöhung des Kreatingehalts in der Muskulatur konnte Kre-Alkalyn den Kreatingehalt in der Skelettmuskulatur nicht effizienter erhöhen (vgl. Abbildung 1). Paarweise Vergleiche der Durchschnittswerte zwischen der Gruppe, die Kre-Alkalyn mit der vom Hersteller empfohlenen Dosierung einnahm und der Creatinmonhydratgruppe konnten höhere Kreatinwerte in der Creatinmonohydratgruppe verzeichnen ( −1,1 ± 4,3 mmol/kg vs. 11,2 ± 4,3 mmol/kg Magermasse).

Vergleich Kreatingehalt
Abbildung 1: Kreatingehalt. Adaptiert nach Jagim, A. et al. (2012) [2]

Die Körperkompositionen, das Körpergewicht, und die Magermasse erhöhten sich in allen Gruppen mit keinen signifikanten Unterschieden.

Der Körperfettanteil konnte in keiner der Gruppen signifikant vermindert werden. Es gab zudem keine signifikanten Unterschiede im Bezug auf die Wasserspeicherung zwischen den einzelnen Gruppen.

Creatin Bankdrücken Muskelaufbau

Alle Gruppen konnten ihr 1RM für die Übung Bankdrücken erhöhen. Zwischen den einzelnen Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede.

Bezogen auf das 1RM für die Übung Beinpresse gab es innerhalb keiner der Gruppen eine signifikante Erhöhung.

Bei dem 30 Sekunden Sprinttest auf dem Fahrradergometer konnte in allen Gruppen mit der Zeit eine signifikante Erhöhung verzeichnet werden. Zwischen den einzelnen Gruppen gab es jedoch auch hier keine signifikanten Unterschiede.

Bezogen auf die Blutfettwerte gab es ebenfalls keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Es gab keine signifikanten Unterschiede für Gesamcholesterin, HDL oder dem Verhältnis TCHL zu HDL und Triglyceriden.

Die LDL Cholesterinwerte im Blut verminderten sich nach der Aufladephase in der Creatinmonohydratgruppe, fielen aber innerhalb der Erhaltungsphase wieder auf das Ausgangsniveau zurück.

Auch bzgl. anderer Biomarker (die hier nicht alle aufgezählt werden sollen) gab es keine signifikanten Unterschiede.

Die Kreatininwerte erhöhten sich signifikant in allen Gruppen während in der Gruppe, die Creatin-Monohydrat in Verbindung mit einer klassischen Aufladephase (4x5g/Tag für 7 Tage und 5g/Tag Erhaltungsphase) einnahm und in der Gruppe, die Kre-Alkalyn ebenfalls mit entsprechender Dosierung einnahm, die Kreatininwerte signifikant höher waren, als in der Gruppe, die gepuffertes Creatin nach der vom Hersteller empfohlenen Dosierung (1,5g/Tag) einnahm. Die Werte waren allerdings im Normalbereich (0.1 -0.2 mg /dL).

Zusammenfassung

Die genaue Absicht der Studie war es zu überprüfen, ob gepuffertes Creatin (Kre-Alkalyn) mit der vom Hersteller empfohlenen Dosierung (1,5g/Tag für 28 Tage) oder Kre-Alkalyn in Verbindung mit einer klassischen Aufladephase (4x5g/Tag für 7 Tage und 5g/Tag Erhaltungsphase) effektiver im Bezug auf die Erhöhung der Kreatinwerte in der Skelettmuskulatur, der Körperkompositionen, der Kraft und der anaeroben Leistungsfähigkeit ist, als eine Creatin-Supplementierung mit Creatinmonohydrat (klassische Aufladephase 4x5g/Tag für 7 Tage und Erhaltungsphase 5g/Tag für 21 Tage).

Zusätzlich sollte herausgefunden werden, ob Kre-Alkalyn mit der vom Hersteller empfohlenen Dosierung oder im Rahmen einer klassischen Aufladephase weniger Nebenwirkungen hat als eine Supplementierung mit normalen Creatin-Monohydrat.

Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig, dass gepuffertes Creatin weder besser aufgenommen wird noch dass eine Supplementation mit Creatin-Monohydrat mehr Nebenwirkungen aufweist.  Creatin Kniebeugen Kraftsteigerung

Das es durch Creatin nicht zu Nebenwirkungen kommt ist außerdem bekannt und geht aus der Studienlage hervor, was Du hier genauer nachlesen kannst.

Wie zu Anfang bereits angesprochen, ist Kre-Alkalyn laut Werbeaussagen bis zu 10x stärker als normales Creatin. Die Beweise dieser Aussagen sind jedoch nur auf ein Patent und die Webseite des Herstellers zurückzuführen [1] [3] [4], wo behauptet wird, dass gepuffertes Creatin nicht in Kreatinin umgewandelt wird und das normales Creatin-Monohydrat außerdem im hohen Ausmaß sofort zu Kreatinin zerfallen soll, was auf keinerlei wissenschaftlicher Fakten basiert.

Das dies nicht der Fall ist wurde bereits im Artikel Zerfällt Creatin im Magen? und Zerfällt Creatin in Wasser zu Kreatinin? erläutert.

Creatin-Monohydrat ist in Flüssigkeiten und auch in sauren Lösungen stabil und Studien zeigen, dass der Zerfall sogar bei sehr ungünstigen p-H-Leveln (von 3-4) mehrere Tage dauert und deshalb im Rahmen der allgemeinen Einnahmeform nicht relevant ist. [16] [17] [18].

Auch die hier aufgeführte Studie zeigt, dass Creatin-Monohydrat nicht zu Großteilen zu Kreatinin zerfällt und das eine gepufferte Form von Creatin keinerlei Vorteile im Bezug auf die Erhöhung der Kreatinwerte hat.

Dies wird an den Messungen bzgl. der Kreatininwerte deutlich. Die Kreatininwerte der Creatinmonohydratgruppe waren im normalen Bereich.

Des Weiteren erhöhten sich auch die Kreatininwerte in den Gruppen, die gepuffertes Creatin einnahmen, was der Aussage des Herstellers widerspricht, dass gepuffertes Creatin nicht zu Kreatinin zerfallen kann.

In der Gruppe, die Creatin-Monohydrat in Verbindung mit einer klassischen Aufladephase (4x5g/Tag für 7 Tage und 5g/Tag Erhaltungsphase) einnahm und in der Gruppe, die gepuffertes Creatin ebenfalls mit gleich entsprechender Dosierungen einnahm, waren die Kreatininwerte signifikant höher, als in der Gruppe, die gepuffertes Creatin nach der vom Hersteller empfohlenen Dosierung (1,5g/Tag) einnahm.

Die Werte waren allerdings im Normalbereich (0.1 -0.2 mg /dL) und sind zudem auf die höhere Dosierung der beiden Gruppen zurückzuführen, die eine klassische Aufladephase durchführten.

Des Weiteren wird von Kre-Alkalyn behauptet, dass 1,5g  Kre-Alkalyn mit 10-15g Creatin-Monohydrat gleichzusetzen ist.

Wenn dies wahr wäre, dann hätte die Gruppe, die Kre-Alkalyn mit der vom Hersteller empfohlenen Dosierung (1,5g/Tag für 28 Tage) einnahm, die gleichen Kreatinwerte in der Muskulatur erreichen müssen, wie die Gruppe, die Creatin-Monohydrat (klassische Aufladephase 4x5g/Tag für 7 Tage und Erhaltungsphase 5g/Tag für 21 Tage) einnahm.

Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass die vom Hersteller empfohlene Dosierung für gepuffertes Creatin die Kreatinwerte nicht so stark erhöhen konnte, wie die Creatinmonohydratgruppe.

Paarweise Vergleiche der Durchschnittswerte ergaben, dass die Kreatinwerte der Gruppe, die Kre-Alkalyn nach der vom Hersteller empfohlenen Dosierung einnahm, 11x niedriger waren, als in der Creatinmonohydratgruppe (gepuffertes Creatin nach der vom Hersteller empfohlenen Dosierung: − 1,1 ± 4,3 mmol/kg Magermasse, Creatinmonohydrat: 11.2 ± 4.3 mmol/kg Magermasse).

Nach 28 Tagen Supplementation war der Kreatingehalt in der Gruppe, die gepuffertes Creatin nach der vom Hersteller empfohlenen Dosierung einnahm, um 4,71 ± 27,0 mmol/kg Magermasse erhöht, während in der Creatinmonohydratgruppe ein 4,7 facher höherer Anstieg von 22,3 ± 21,0 mmol/kg Magermasse verzeichnet werden konnten.

Sogar wenn Kre-Alkalyn mit höheren Dosierungen (20g/Tag) verwendet wurde, konnten keine so hohen Werte wie in der Creatinmonohydratgruppe verzeichnet werden. Die Unterschiede dies-bezüglich waren jedoch nicht signifikant.

Creatin Kreuzheben Kraftsteigerung

Die Ergebnisse der Studie liefern außerdem auch keinen Beweis für die Aussage, dass Kre-Alkalyn bis zu 10x stärker als das normale Creatin sei.

Weder die vom Hersteller empfohlene Dosierung, noch die Verwendung höherer Dosierungen (20g/Tag Aufladephase) konnten im Vergleich mit der Creatinmonohydratgruppe bessere Ergebnisse bzgl. der Erhöhung der Magermasse, der Kraft (1RM) oder der anaeroben Leistungsfähigkeit erzielen.

Des Weiteren konnte keine Ergebnisse dargelegt werden, die die Aussage  unterstützen, dass gepuffertes Creatin eine sichereres Creatinsupplement als Creatin-Monohydrat ist.

Zwischen den einzelnen Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede im Bezug auf den Wasser- oder Elektrolythaushalt.

In der Creatinmonohydratgruppe wurden auch keine Krämpfe oder andere unerwünschte Nebenwirkungen verzeichnet – wie vom Hersteller des gepufferten Creatins behauptet wird.

Diese Ergebnisse stimmen mit anderen Studien [5] [19] [20] [21] [22] [6] [7] überein, die zeigen, dass Creatin-Monohydrat nicht zu Krämpfen und / oder anderen Nebenwirkungen wie z.B. Dehydrierung führt.

Bezogen auf die Blutfettwerte und Blutzuckerwerte gab es ebenfalls keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen.

Die LDL Cholesterinwerte im Blut verminderten sich im Rahmen der Aufladephase in der Creatinmonohydratgruppe geringfügig, fielen aber innerhalb der Erhaltungsphase wieder auf das Ausgangsniveau zurück.

Es gab zudem keine signifikanten Unterschiede bzgl. Katabolismus (wie z.B. Gesamteiweiß), Biomarker der Knochen (z.B. Mineralgehalt) oder des Blutes (z.B. Hämoglobin) uvm. Die Werte blieben alle im normalen Bereich für aktive Individuen und stimmen zudem mit anderen Studien überein, die bisher die Sicherheit einer Creatin-Supplementierung untersuchten. [16] [23] [19] [7] [24] [14]

Creatin Kniebeugen Kraftsteigerung

Fazit

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass gepuffertes Creatin weder nach der vom Hersteller empfohlenen Dosierung noch mit höheren Dosierungen bessere Ergebnisse im Bezug auf die Erhöhung der Kreatinwerte in der Skelettmuskulatur und somit auch keine besseren Trainingseffekte zeigen konnte als Creatinmonohydrat.

Diese Ergebnisse unterstützen nicht die Aussage, dass 1,5g Kre-Alkalyn mit 10-15g Creatinmonohydrat gleichzusetzten sind und gepuffertes Creatin bis zu 10x stärker als das normale Creatinmonohydrat ist.

Des Weiteren konnte die Behauptung, dass Kre-Alkalyn das einzige Creatin ist, was zu 100% stabil auf dem Weg in die Muskelzelle bleibt, nicht standhalten, da auch gepuffertes Creatin im Rahmen dieser Studie (und anderer) zu Kreatinin zerfiel.

Es gab außerdem keinen einzigen Hinweis darauf, dass es sich bei gepufferten Creatin um ein „sichereres“ Supplement handle.

Diese Ergebnisse stehen im Gegensatz zu den Behauptungen, dass gepuffertes Creatin das beste bzw. “potenteste” Creatinprodukt auf dem Markt ist.

Ferner konnte wieder einmal nachgewiesen werden, dass Creatin-Monohydrat nicht, wie fälschlicherweise gerne behauptet wird, zu Großteilen in Kreatinin zerfällt und dass eine Supplementation mit Creatin-Monohydrat, wie bereits innerhalb hunderter verschiedener Studien nachgewiesen wurde, erfolgreich und sicher die Kreatinwerte und somit die Leistungsfähigkeit erhöhen kann.

Die vom Hersteller des gepufferten Creatin empfohlene Dosierung (1,5g/Tag) ist zu niedrig, um die Kreatinwerte erfolgreich zu erhöhen, da man hierfür mindestens eine Dosierung von 3g Creatin/Tag benötigt. [25] Dies ist auch in der Health Claims Verordnung dargelegt worden. [26]

Würde man die gleichen Dosierungen nutzen, die allgemein im Rahmen einer Supplementation mit Creatin-Monohydrat (entweder 3g täglich ohne schnelle Aufladephase oder mit schneller Aufladephase – also 4x5g/Tag für 3-5 Tage mit anschließend 3g in der Erhaltungsphase) verwendet wird, so ist gepuffertes Creatin bzgl. der Erhöhung der Kreatinwerte sowie der damit verbundenen Erhöhung der Leistungsfähigkeit wahrscheinlich genauso gut wie Creatin-Monohydrat.

Da gepuffertes Creatin allerdings um einiges teurer ist, geht Creatin-Monohydrat jedoch als klarer Sieger aus dem Duell als Sieger hervor.

Man sieht also, dass nicht alles was auf der Verpackung behauptet wird, der Wahrheit entsprechen muss.

Wenn Du günstiges gepuffertes Creatin haben willst, dann kannst Du außerdem einfach Dein eigenes gepuffertes Creatin bauen, indem Du Creatin-Monohydrat mit Backpulver mischst.

Referenzen (anklicken zum Anzeigen)
  1. Golini JM: Oral creatine supplement and method for making same. US: 6,399,661 B1; Issue date, June 4, 2002.
  2. Jagim, A. et al. (2012). A buffered form of creatine does not promote greater changes in muscle creatine content, body composition, or training adaptations than creatine monohydrate. Journal of the International Society of Sports Nutrition, Vol. 9:43.
  3. All American Pharmaceutical: Kre-Alkalyn Research Booklet. (Der Link verweist auf scripd.com, da das Dokument mittlerweile von der Kre-Alkalyn-Seite entfernt wurde.)
  4. All American EFX: Kre-Alkalyn – The World’s Most Potent Creatine.
  5. Kreider RB et al. (1998). Effects of creatine supplementation on body composition, strength, and sprint performance. Medicine & Science in Sports & Exercise, 30 (1),73-82.
  6. Greenwood, M. et al. (2003). Creatine supplementation during college football training does not increase the incidence of cramping or injury. Molecular and Cellular Biochemistry, 244 (1-2), 83-8.
  7. Kreider RB et al. (2003). Long-term creatine supplementation does not significantly affect clinical markers of health in athletes. Molecular and Cellular Biochemistry, 244 (1-2), 95-104.
  8. Greenwood, M. et al. (2003). Differences in creatine retention among three nutritional formulations of oral creatine supplements. Journal of Exercise Physiology Online, Vol. 6 (2), 37-43.
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  11. Kerksick CM et al. (2007). Impact of differing protein sources and a creatine containing nutritional formula after 12 weeks of resistance training. Nutrition, Volume 23 (9), 647–656.
  12. Kreider, R. et al. (2003). Effects of serum creatine supplementation on muscle creatine content. Journal of Exercise Physiology: online, Volume 6 (4), 24–33.
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  26. Verordnung (EU) Nr. 432/2012, S. 15
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