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Kreatin – Der Myostatin Blocker?

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Myostatin ist ein Protein, was im Körper gebildet wird und als eine Art Hemmstoff auf die Skelettmuskulatur wirkt, sodass diese nicht unkontrolliert wachsen kann.

Myostatin wurde das erste Mal von McPherron in Mäusen entdeckt und konnte bisher nachweislich das Wachstum der Skelettmuskulatur bei verschiedenen Säugetierarten negativ beeinflussen.

Eine Deaktivierung von Myostatin dagegen führt zu einer starken Erhöhung der Muskelmasse in Form einer Kombination aus Hyperplasie (Vermehrung der Zellanzahl) und Hypertrophie (Verdickung der Zelle bzw. Muskelfaser). [1]

In einer anderen Studie mit einem Kleinkind konnte eine erhöhte Hypertrophy der Muskulatur durch einen Mangel an Myostatin nachgewiesen werden, die durch eine Genmutation entstand. [2]

Hohe Myostatinwerte dagegen führten in Mäuseexperimenten zu einer Muskelatrophy sowie starken Gewichtsverlust, ähnlich wie man ihn bei Menschen beobachten kann, die unter Kachexie (krankhafter Gewichtsverlust) leiden. [3]

Im Körper zirkulieren außerdem verschiedene antagonistische Substanzen, die an Myostatin binden und so dessen Aktivität regulieren bzw. verringern können. Einer dieser Substanzen ist das Protein GASP-1 (Growth And Differentiation Factor-Associated Serum Protein-1). [4]

Myostatinblocker in der Zukunft

Myostatin Maus
Wildtyp Maus (links) und transgene Maus (rechts). Bei der rechten Maus wurde das Myostatin-Gen deaktiviert. Die Muskelmasse der rechten Maus ist um den Faktor 4 höher, als beim Wildtyp (links).

Myostatin Genmutationen werden hin und wieder vereinzelt an Menschen diagnostiziert, was zeigt, dass nicht nur Tiere von einer Mutation betroffen sein können.

Zudem liefern Untersuchungen ständig neue Erkenntnisse, was der Grund dafür ist, dass die Thematik rund um

Myostatin heutzutage oft diskutiert wird.

Mediziner erhoffen sich z.B. neue Therapien gegen Muskelschwund zu entwickeln, während das Thema gleichzeitig die Dopinproblematik im Sport wieder neu aufwirft.

Auch Supplementhersteller entwickeln bereits Produkte, die als sogenannte Myostatin Blocker auf dem Markt erscheinen, von denen sich Sportler besseres Muskelwachstum erhoffen.

Wie sich mittlerweile herausgestellt hat, besitzt das seit langem verfügbare Supplement Creatin nebenbei auch die Fähigkeit Myostatin zu senken, worum es in der folgenden aufgeführten Studie ging.

Creatin-Monohydrat erweitert seinen Wirkungskreis

Bei der an der Arak University durchgeführten Studie [5] wurden über einen Zeitraum von 8 Wochen die Effekte eines Krafttraining in Verbindung mit einer Creatin-Supplementation auf die Muskelkraft, die Magermasse sowie die Myostatin und GASP-1 Werte untersucht. Dazu wurden 27 männliche, untrainierte Probanden in drei verschiedene Gruppen aufgeteilt:

Die erste Gruppe tat nichts und bekam ein Placebo. Sie stellte die Kontrollgruppe (CON) dar.

Die zweite Gruppe führte ein Krafttraining aus und bekam Creatin (RT + CR).

Die dritte Gruppe führte auch ein Krafttraining aus, erhielt aber nur ein Placebo (RT + PL).

Creatin Bankdrücken Kraftsteigerung

Dabei wussten die Teilnehmer nicht, ob sie der Creatin- oder der Placebogruppe zugeteilt waren.

Die Dosierung in der Creatingruppe betrug in der ersten Woche täglich 0,3g/kg Körpergewicht (Aufladephase) und wurde dann auf 0,05g/kg Körpergewicht am Tag für die restlichen 7 Wochen reduziert (Erhaltungsphase).

Das durchgeführte Trainingsprotokoll der Creatin- und Placebogruppe bestand aus 8 bis 10 Wdh. bei 60-70% des 1 RM (klassisches Hypertrophietraining) und wurde an 3 Tagen die Woche ausgeführt, wobei Übungen für den Ober und Unterkörper absolviert wurden.

Die Mehrgelenksübungen beinhalteten Bankdrücken, Latziehen, Beinpresse und wurden immer vor den zusätzlich ausgeführten Isolationsübungen Beinbeugen, Beinstrecken und Bizepscurls trainiert.

Blutmessungen, Krafttests und Körperkompositionen wurden zu Beginn der 1. sowie in der 4. und 8. Woche bestimmt.

Ergebnisse der Studie

Die beiden trainierenden Gruppen konnten ihre Muskelkraft und Magermasse bei gleicher Nährstoff- und Kalorienzufuhr im Gegensatz zur Kontrollgruppe erhöhen.

Dabei schnitt die Creatingruppe im Vergleich zur Placebogruppe besser ab. In der Creatingruppe war eine höhere Zunahme der Muskelmagermasse sowie eine höhere Kraftzunahme zu verzeichnen (vgl. Tabelle 1).

Körperkompositonen und Muskelkraft
Tabelle 1: Körperkompositonen und Muskelkraft [5].

Im Bezug auf die Myostatin Konzentrationen im Blut war eine deutliche Abnahme in beiden trainierenden Gruppen zu vermerken. Auch hier konnte die Creatingruppe signifikant besser abschneiden, als die Placebogruppe (p < 0.05). In der Kontrollgruppe waren hingegen keine Änderungen feststellbar (vgl. Figur 1).

Myostatin Konzentrationen
Figur 1: Myostatin Konzentrationen. Quelle: [5]

Bezogen auf die GASP-1 Werte konnte in beiden trainierenden Gruppen im Gegensatz zur Kontrollgruppe eine Erhöhung verzeichnet werden (vgl. Figur 2). Allerdings bestanden hier zwischen der Creatin- und der Placebogruppe keine signifikanten Unterschiede (p > 0.05).

Gasp1 Konzentrationen
Figur 2: Gasp-1 Konzentrationen. Quelle: [5]

Aus den Ergebnissen lässt sich schlussfolgern, dass Krafttraining (Hypertrophymodell) die Myostatinwerte maßgeblich verringert und die GASP-1 Werte erhöht.

Eine zusätzliche Creatineinnahme führt zu einer wesentlich höheren Abnahme der Myostatinwerte zeigt aber jedoch keinen weiteren Effekt auf die Erhöhung der GASP-1 Werte.

Die Wissenschaftler nehmen außerdem an, dass die durch Krafttraining hervorgerufene Verringerung von Myostatin und Erhöhung von GASP-1 wahrscheinlich eine entscheidende Rolle im Bezug auf die Zunahme von Muskelmasse und Kraft darstellt.

Des Weiteren konnte demonstriert werden, dass eine zusätzliche Creatineinnahme in einem signifikant höheren Kraft und Muskelzuwachs resultierte, der mit einer noch weiteren Verringerung der Myostatinwerte einherging.

Creatin Kniebeugen Kraftsteigerung

Fazit

Die aus der Studie hervorgehenden Ergebnisse: Krafttraining führt zu einer Senkung der Myostatinkonzentrationen im Blut und die Einnahme von Creatin-Monohydrat kann diesen Effekt noch verstärken.

Dies lässt nahe liegen, dass die körpergeigenen Kreatinwerte einen direkten Einfluss auf die Myostatinkonzentrationen haben und Kreatin selbst als eine Art Myostatinhemmer fungiert.

Eine Senkung der Myostatinkonzentrationen führt bekanntlich zu einer erhöhten Muskelmasse, da Myostatin als limitierender Wachstumsfaktor auf die Skelettmuskulatur wirkt. Diese Erkenntnisse sind vor allem für Sportler interessant.

Sollten zukünftige Untersuchungen diese Ergebnisse bestätigen, haben Sportler noch einen Grund mehr, der für eine Creatineinnahme spricht.

Dennoch bleibt zu sagen, dass die genauen physiologischen Prozesse und Gründe für die Senkung des Myostatinspiegels durch Kreatin noch nicht bekannt sind. Hierzu wären sicherlich auch noch weitere Untersuchungen interessant. Eine Studie ist leider nicht aussagekräftig genug um endgültige Entschlüsse zu ziehen.

Referenzen (anklicken zum Anzeigen)
  1. McPherron, A. et al. (1997). Regulation of skeletal muscle mass in mice by a new TGF-beta superfamily member. Nature 387, 83-90.
  2. Schuelke, M. et al. (2004). Myostatin mutation associated with gross muscle hypertrophy in a child. The New England Journal of Medicine, 350 (26), 2682-2688.
  3. Zimmers, T. et al. (2002). Induction of cachexia in mice systemically administered myostatin. Science 296 (5572), 1486-1488.
  4. Hill, J. et al. (2003). Regulation of myostatin in vivo by growth and differentiation factor-associated serum protein-1: a novel protein with protease inhibitor and follistatin domains. Molecular Endocrinology, 17 (6), 1144–1154.
  5. Saremi, A. et al. (2010). Effects of oral creatine and resistance training on serum myostatin and GASP-1. Molecular and Cellular Endocrinology, Vol. 317 (1), 25-30.

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